Nicht jeder ist sein Leben lang mit der Tätowierung zufrieden und möchte eine Jugendsünde
wie z. B. den eintätowierten Namen der Jetzt-Ex-Freundin wieder loswerden. Anderen werden unschön gestochene Tattoos lästig oder für einen neuen Job ist eine untätowierte Haut wichtig. Dann ist guter Rat teuer. Im wahrsten Sinn des Wortes. Denn die Tätowierung kann zwar
entfernt werden, die Behandlung ist aber nicht billig und kann in manchen Fällen mehr kosten als das ursprüngliche Tattoo (im günstigsten Fall 200 Euro, im schlechtesten 4000 Euro).
Die Entfernungsmethode, die sich in den vergangen Jahren durchgesetzt hat, ist die Laserbehandlung. Von anderen Aktionen wie Diathermie liest man im Internet zwar auch viel, aber nicht immer mit dem gewünschten Erfolg. Früher wurden unliebsam gewordene Tätowierungen regelrecht herausgeschnitten – zurück blieb stets eine Wunde. Wer nur das „alte“ Bild und nicht die Tätowierung an sich loswerden möchte, der kann das sogenannte
Cover-Up-Verfahren nutzen, bei dem das alte Motiv in ein neues Bild eingebunden und übertätowiert wird. Die günstigere und völlig schmerzfreie Variante ist das Überschminken mit Covermark- oder Camouflage-Produkten, einem wasserfesten Make-up, das allerdings regelmäßig neu aufgetragen werden muss.
Wie funktioniert das Lasern?
Bei der Behandlung kommen sogenannte gütegeschalteten Festkörperlaser zum Einsatz. Es gibt sie in unterschiedlichen Längenwellen, am häufigsten werden Rubinlaser, Alexandritelaser und Neodym:YAG-Laser eingesetzt. Sie arbeiten folgendermaßen: Das Laserlicht dringt durch die Haut, „erkennt“ dabei die Farbpartikel der Tätowierung und erhitzt sie. Dadurch werden sie für die Fresszellen, die weißen Blutkörperchen, sichtbar. Diese „bekämpfen“ die Farbpartikel und über das Lymphsystem wird die Farbe dann aus dem Körper ausgeschieden. Das dauert rund vier Wochen.
Hört sich auf den ersten Blick einfacher an als es tatsächlich ist. Denn es sind mehrere Sitzungen bei einem Hautarzt nötig, der auf Laserbehandlungen spezialisiert ist (Infos zu qualifizierten Medizinern gibt es z. B. auf der Homepage der Deutschen Dermatologischen Lasergesellschaft www.dll.de). Dabei werden die unterschiedlichen Farben mit unterschiedlichen Lasern behandelt. Dunkle Töne und einfarbige Laientätowierungen lassen sich einfacher entfernen als das leuchtende Rot, Blau, Grün oder Gelb von Profitätowierungen. Wer möchte, erhält eine örtliche Betäubung, denn ganz ohne Schmerzen geht es beim Lasern nicht.
Wie viele Behandlungen für die jeweilige Tätowierung nötig sind, kann nur der Arzt nach genauer Untersuchung sagen, das hängt auch von der Größe des Tattoos, der Farbmenge, Beschaffenheit der Haut und der eigenen Verfassung/Empfindlichkeit zusammen. Bei einfacheren Laientattoos müssen Patienten üblicherweise mit rund 4 bis 7 Behandlungen rechnen, bei aufwändigeren Maschinentattoos mit 7 bis 13 oder mehr.
Auch wenn die Haut bei einer Laserbehandlung nicht grob verletzt wird, bildet sich doch eine wunde Stelle und Schorf. Die Wunde muss danach gut gepflegt und abgedeckt werden. Mehrere Wochen vor der Behandlung sollte man sich nicht im Sonnenstudio oder in der echten Sonne bräunen oder das Tattoo zumindest abkleben. Denn es kann sein, dass auf gebräunter Haut lange Zeit eine helle Stelle zu sehen ist, da die braunen Farbpigmente durch die Laserbehandlung ebenfalls verschwinden. Auch nach der Laserbehandlung ist Sonne für einige Wochen tabu, damit die Wunde abheilen kann.
Mit welchen Kosten muss man rechnen?
Die Kosten werden von den Medizinern nach der GOÄ (Gebührenordnung Ärzte) abgerechnet, hängen jedoch von der Größe der zu behandelnden Fläche, der Art des Lasers und der Anzahl der Behandlungstermine ab. Für ein Behandlung muss mit 50 bis 200 Euro gerechnet werden. Die Kosten werden nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen, wer privat versichert ist, sollte vor Behandlungsstart bei seiner Kasse nachfragen.