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Donnerstag, 11. März 2010
Welche Tattoo-Techniken gibt es?
Airbrushtattoo:
Unter Airbrush versteht man das Aufbringen eines Bildes mittels einer Spritzpistole, die unter zu Hilfenahme von Druckluft einen feinporigen Farbnebel erzeugt. Besonders faszinierende Farbverläufe lassen sich mittels dieser Technik erstellen.

Viele Tätowierer haben sich inzwischen diese Technik zu Nutze gemacht um eindrucksvolle Tattoos zu erschaffen, hierfür wird eine handelsübliche Airbrushpistole mit spezieller Tattoofarbe bestückt, die zuvor auf Hautverträglichkeit geprüft wurde. Danach gibt es verschiedene Möglichkeiten, um das gewünschte Motiv auf die Haut zu bringen: Entweder man bastelt sich eine Schablone, die auf die Hautoberfläche aufgelegt, fixiert und besprüht wird; oder man versucht sich Freihand, was jedoch einiges an Erfahrung abverlangt; oder man greift zur Transferfolie, mit deren Hilfe man das gewünschte Motiv problemlos auf die Haut übertragen kann.

Um besonders schöne Farbverläufe zu erzielen werden die Farbschichten nacheinander auf die Haut aufgebracht. Am besten eignet sich ein Düsendurchmesser von 0,2 mm Durchmesser. Wichtig ist hierbei auch Geduld, denn um ungewünschtes Vermischen der Farben zu vermeiden, sollte stets nach jedem Farbauftrag kurz gewartet werden, bis die Farbe getrocknet ist.

Abschließend kann das fertige Tattoo mit einem feinen Puder (z.B. Babypuder) fixiert werden. Da die Farben, die hierbei zum Einsatz kommen, wasserfest sind, lösen sie sich erst durch die Talgproduktion der Haut ab. Die Haltbarkeit beträgt bei guter Pflege etwa eine Woche. Um diese Haltbarkeit zu gewährleisten sollte man vor und nach dem Duschen das Tattoo mit Puder einpudern und die entsprechende Hautpartie beim Abtrocknen nur vorsichtig abtupfen. Bodylotions, Seife und Deos sollten ebenfalls vom Tattoo ferngehalten werden.


Hennatattoo:
Aus den Blättern des Hennastrauches wird das Hennapulver gewonnen. Dieses Pulver färbt nicht direkt, sondern muss zunächst mit Wasser angerührt werden. Diese Paste gibt es auch schon fertig in einer Tube zu kaufen. Der Ursprung des Hennas stammt aus Indien, wo es traditionsbewusst als Mendis bei feierlichen Anlässen von vielen Frauen aufgetragen wird.

Mit Hilfe eines feinen Pinsels oder Stäbchens wird die Hennapaste auf die gewünschte Hautstelle aufgetragen, die zuvor gründlich gereinigt und evtl. mit Olivenöl abgetupft wurde. Das Öl bewirkt, dass das Henna besser von der Haut aufgenommen wird. Nach dem Auftragen heißt es warten und zwar relativ lange, denn bis die Hennapaste die Haut färbt können einige Stunden (ca. 3-8 Stunden) vergehen, in denen man die entsprechende Hautpartie möglichst wenig bewegen sollte.

Der Färbungsprozess entsteht durch eine Art der Gärung, da das Henna mit Hilfe von Bakterien und der eiweißhaltigen Haut eine chemische Verbindung eingeht. Ein Nachteil ist auch, dass Henna nur in speziellen Farben vorkommt und somit keine bunten Tattoos möglich sind. Standardmäßig sind Hennatattoos in Orange bis Braun gehalten, auch Schwarz ist möglich, jedoch nicht sonderlich gesund, da es PPD enthält, was nach neuesten Erkenntnissen Krebs verursachen kann.

Die Haltbarkeit des fertigen Tattoos kann bis zu 6 Wochen betragen, da hierbei lediglich die oberste Hautschicht gefärbt wird und es so lange dauern kann, bis sich diese erneuert. Meist jedoch verblassen Hennatattoos schon nach wenigem Wasserkontakt nach ein paar Tagen.


Tattoostifte:
Eine ebenfalls sehr beliebte Technik für Bodypaintings sind Tattoostifte, die hierzu eigens dermatologisch getestet wurden. Es gibt sie in unterschiedlichen Farben und aufgebracht auf die Haut sind sie zunächst von einem permanenten Tattoo kaum zu unterscheiden.

Sie liegen gut in der Hand und somit ist die Nutzung einer Schablone kaum erforderlich, da man direkt drauf losmalen kann. Wer noch etwas unsicher ist, kann auch zu selbstklebenden Schablonen greifen, die es dann einfach nur auszumalen gilt. Die Hautpartie sollte natürlich auch hierbei vorher gründlich gereinigt werden.

Wichtig: Man sollte nicht auf die Idee kommen, anstelle der Tattoostifte zu normalen Filzstiften oder ähnlichem zu greifen, da diese nicht für die Haut geeignet sind und teilweise auch zu starken Hautreizungen oder Allergien führen können.

Die Haltbarkeit dieser temporären Tattoos beträgt einige Tage, je nachdem wie oft man die Stelle in der Zeit dem Wasser aussetzt, da sie nach und nach verblasst.


Klebefolientattoo:
Wer gerne mal einen Abend lang ein Tattoo herzeigen möchte, ohne gleich für ewig eines zu haben, oder auch einfach nur als Partygag, der kann zu Klebefolientattoos greifen.

Hierfür wurde ein hautverträglicher Kleber verwendet, auf dem sich eine Folie mit dem gewünschten Motiv befindet. Zum Auftragen auf die Haut, Finger- oder Zehennägel muss lediglich die entsprechende Stelle gereinigt werden. Danach zieht man die Schutzfolie des Klebetattoos ab, befeuchtet es mit etwas warmem Wasser und drückt es auf die gewünschte Stelle auf. Kurz warten und sobald sich das Papier über dem Tattoo verschieben lässt, schiebt man es vorsichtig weg und darunter kommt das sich nun auf der Haut befindliche Tattoo zum Vorschein. Sollte sich das Papier nicht richtig verschieben lassen, einfach mit etwas warmen Wasser anfeuchten und den Vorgang wiederholen bis es sich problemlos abschieben lässt. Danach die Stelle noch kurz trocknen lassen und das Klebefolientattoo bleibt einige Tage erhalten. Möchte man es schon nach kurzer Zeit wieder weg haben, so genügt eine gründliche Reinigung mit Seife und das Tattoo lässt sich sofort rückstandslos entfernen.

Online und in entsprechenden Geschäften gibt es eine Vielzahl an vorgefertigten Klebetattoomotiven. Wem dies nicht genügt, der kann sich auch sein gewünschtes Motiv eigens anfertigen lassen oder es auch selbst zu Hause am eigenen PC erstellen. Die entsprechende Tattoofolien gibt es auch für den hauseigenen PC zum selber bedrucken.


Permanenttattoo:
Permanenttattoos sind wie der Name schon sagt Tattoos für die Ewigkeit. Die Wahl des Motives und der gewünschten Körperpartie sollte von daher stets gut überlegt sein.
Als erstes wird die Hautpartie, auf der das Tattoo entstehen soll, gründlich gereinigt/desinfiziert und gegebenenfalls auch rasiert. Danach überträgt der Tätowierer das Motiv entweder Freihand oder mit Hilfe einer Transferfolie auf die Haut. Nur die Wenigsten beginnen ohne Vorlage drauflos zu stechen.

Als nächstes wird die Tätowiermaschine mit spezieller Tattoofarbe bestückt und der Tätowierer beginnt, die Konturen des Motives auf der Haut zu stechen. Die Nadel der Tätowiermaschine sticht dabei nur wenige zehntel Millimeter tief in die Haut ein und bringt die Farbe dabei auf der mittleren Hautschicht (Dermis/Lederhaut) auf. An dieser Stelle kann die Farbe nicht mehr vom Körper abgebaut werden und bleibt somit ein Leben lang erhalten. Erst wenn alle Konturen gestochen sind, geht es ans ausmalen und schattieren der Flächen.

Bei aufwendigen Motiven muss auch mit entsprechend längeren Sitzungen beim Tätowierer gerechnet werden, auch wird nicht immer alles beim ersten Mal fertig gestellt und es werden mehrere Sitzungen nötig, dessen sollte man sich stets bewusst sein. Auch kann man je nach gewünschter Körperstelle durchaus Schmerzen verspüren, was jedoch bei jedem Menschen stark variiert.

Nach Abschluss der Tätowierarbeit wird das Tattoo wieder gesäubert, desinfiziert, mit einer Heilsalbe versehen und schließlich verbunden. Besonders in den darauf folgenden Tagen ist eine besondere Pflege des Tattoos wichtig und entscheidend für das künftige Erscheinungsbild des Motives.

Im gleichen Atemzug wie Permanenttattoos wird auch häufig das Permanent-Make-Up genannt. Bei dieser Technik wird so gesehen das tägliche Make Up auf die Haut tätowiert. Mit Hilfe von Lokalanästhetika wird dabei die gewünschte Stelle im Gesicht betäubt um besser daran arbeiten zu können, dann wird zunächst mit Hilfe eines Pinsels das spätere Make Up aufgezeichnet und erst nach Zustimmung des Kunden eintätowiert.


Sonnentattoo:
Bei Sonnentattoos bedient man sich der Sonne als natürliches Hilfsmittel. Körperpartien, die der Sonne stärker ausgesetzt werden als andere werden dementsprechend auch brauner als diese. Das beste Beispiel hierfür ist wohl eine einfache Armbanduhr. Geht man ohne die Uhr abzulegen in die Sonne, hat man anschließend eine helle Stelle am Arm.

Für ein Sonnentattoo überlegt man sich nun ein Motiv und hat ferner die Wahl, entweder dieses mit starkem Sunblocker auf die Haut zu bringen oder aber man greift zu lichtundurchlässiger Klebefolie. Letzteres lässt auch filigranere Arbeiten zu als der Sunblocker. Für welche Art man sich jedoch entscheidet, danach heißt es dann abwarten und faul in der Sonne liegen und zwar für mehrere Stunden. In dieser Zeit sich auch möglichst wenig bewegen, denn gerade wenn man Sunblocker benutzt, kann dieser durchaus verlaufen oder durch schwitzen verwischen. Das Sonnentattoo würde dann weniger schön ausfallen. Von daher ist die Möglichkeit der Klebefolie eher zu empfehlen. Als Motiv lassen sich bei Sonnentattoos besonders gut Tribals in Szene setzen, da sie relativ einfach aufzumalen sind.

Die spätere Haltbarkeit dieses Tattoostils ist deutlich länger als andere zeitlich begrenzte Tattoovarianten, da sie mehrere Monate sichtbar sind und nach und nach natürlich verblassen. Dazu kommt noch, dass sie wasserunlöslich sind, was ebenfalls von Vorteil ist.


Viele Tattoobilder, Zeichen und schöne Tattoovorlagen findet Ihr bei Tattooinfos.de

Einfache Motivvorlagen zum Üben und Nachzeichnen findet man auch in diversen Hinweisschilder-Shops im Internet, wie z.B. Totenköpfe, Verbotszeichen etc.



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